Säuglings-, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

Für die psychotherapeutische Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen sind besondere Bedingungen gegeben, die aus der Tatsache resultieren, dass:

– Säuglinge, Kinder und Jugendliche wesentlich abhängiger sind von ihren Bezugspersonen als Erwachsene, die psychotherapeutische Behandlung in Anspruch nehmen,
– die psychotherapeutische Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen und deren Bezugspersonen an den jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes angepasst wird, was vertiefte entwicklungspsychologische Kenntnisse voraussetzt,
– die psychotherapeutische Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen immer auch deren Bezugspersonen einzubeziehen hat, was besondere Beziehungskompetenzen notwendig macht,
– Säuglinge, Kinder und Jugendliche andere Kommunikationsformen als die sprachliche Mitteilung verwenden, um ihre Gefühle auszudrücken und über Erlebnisse zu berichten. Daher ist es notwendig, dass die Psychotherapeutin bzw. der Psychotherapeut des Kindes in diesen Kommunikationsformen des Spieles und der Arbeit mit Metaphern und daraus abzuleitenden Interventionstechniken kompetent ist,
– die psychotherapeutische Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern Kenntnisse zu den spezifischen Lebensbedingungen des Kindes im Lebensraum Schule, gesetzliche Bedingungen des Jugendschutzes und des Familienrechts und Kindschaftsrechts verlangt,
– das Spektrum psychischer Störungen des Kindes-und Jugendalters diagnostische Kenntnisse der altersgruppenspezifischen Störungsbilder erfordert,
– Grundkenntnisse der somatischen Entwicklung und deren Störungen notwendig sind.

Dies macht besondere Kenntniserfordernisse für die psychotherapeutische Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen unabdinglich.

Dem wurde in der „Richtlinie für die psychotherapeutische Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen“ des Bundesministeriums für Gesundheit auf Grundlage des Gutachtens des Psychotherapiebeirates vom 02.12.2014 Rechnung getragen.

Damit ist eine Zertifizierung zur Säuglings-, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin bzw. zum Säuglings-, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten möglich.
Die Sigmund Freud Privatuniversität wurde mit Bescheid des österreichischen Bundesministeriums für Gesundheit vom 27.1.2016 als Weiterbildungseinrichtung für die psychotherapeutische Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen im Hinblick auf die Einhaltung der Richtlinie für die psychotherapeutische Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen sowie der Fort- und Weiterbildungsrichtlinie für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten vom Psychotherapiebeirat des Bundesministeriums für Gesundheit anerkannt und ist daher berechtigt, die Zertifizierung vorzunehmen.